YONEX German Open Badminton 28.02.2017

Ich weiß auch nicht, wie ich das geschafft habe – ich habe nicht auf­ge­ge­ben und wei­ter gekämpft.“ Erst 18 Jah­re ist die gebür­ti­ge Ham­bur­ge­rin Yvon­ne Li (SC Uni­on Lüding­hau­sen) alt und steht nun bei den YONEX Ger­man Open in Mül­heim an der Ruhr (2017 vom 28. Febru­ar bis zum 5. März) im Ach­tel­fi­na­le des Damen­ein­zel­wett­be­werbs. Nach­dem sich die Euro­pa­meis­te­rin von 2014 im Mäd­chen­ein­zel U17 mit zwei Drei­satz­er­fol­gen in der Qua­li­fi­ka­ti­on einen Start­platz im Haupt­feld erspielt hat­te, setz­te sie sich am Mitt­woch (1. März 2017) in der ers­ten Run­de des Haupt­tur­niers mit 19:21, 23:21, 21:18 gegen die 27 Jah­re alte Olga Konon (1. BC Saar­brü­cken­Bischmis­heim) durch. In der für bei­de Spie­le­rin­nen enorm kräf­te­zeh­ren­den Par­tie lag Yvon­ne Li im zwei­ten Durch­gang mit 11:18 hin­ten, behielt aber in bemer­kens­wer­ter Wei­se die Ner­ven. „Ich bin voll fer­tig. Zum Glück habe ich heu­te nur ein Spiel, da ist das nicht ganz so schlimm“, so die Stu­den­tin unmit­tel­bar nach dem rein deut­schen Duell lachend. In der Run­de der bes­ten 16 Damen trifft Yvon­ne Li, die in die­sem Jahr zum ers­ten Mal in ihrer Kar­rie­re bei den YONEX Ger­man Open im Damen­ein­zel auf­schlägt, auf die an Num­mer acht gesetz­te Japa­ne­rin Ayu­mi Mine. Die Welt­rang­lis­ten-21. aus Asi­en und die auf Welt­rang­lis­ten­platz 107 geführ­te deut­sche Nach­wuchs­hoff­nung bestrei­ten dann erst­mals ein Match.

Der Ein­zug ins Ach­tel­fi­na­le gelang am Mitt­woch außer­dem Fabi­an Roth (TV Ref­rath) im Her­ren­ein­zel, Isa­bel Herttrich/Carla Nel­te (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/TV Ref­rath) im Damen­dop­pel, Jones Ral­fy Jansen/Josche Zur­won­ne (Indonesien/SC Uni­on Lüding­hau­sen) im Her­ren­dop­pel sowie den Gemisch­ten Dop­peln Rapha­el Beck/Carla Nel­te (1. BC Beuel/TV Ref­rath) und Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saar­brü­cken-Bischmis­heim). Isa­bel Herttrich und Car­la Nel­te haben damit gleich in zwei Dis­zi­pli­nen die Chan­ce, das Vier­tel­fi­na­le zu errei­chen.

Fabi­an Roth setz­te sich in sei­nem Spiel aus der zwei­ten Run­de mit 21:16, 21:17 gegen den Schwe­den Hen­ri Hurskai­nen, den Vize-Euro­pa­meis­ter von 2012, durch. „Eigent­lich habe ich mich erneut ganz gut gefühlt. Teil­wei­se habe ich mir dann sel­ber das Leben schwer und eini­ge leich­te Feh­ler gemacht. Dann wur­de es ein Kampf. Ich freue mich dar­auf, mor­gen zum ers­ten Mal bei den Ger­man Open im Ach­tel­fi­na­le zu ste­hen, mor­gen erneut spie­len zu dür­fen. Wenn die Leu­te hin­ter einem ste­hen, ist das cool“, so der 21-Jäh­ri­ge. In der Run­de der bes­ten 16 Her­ren darf sich der Welt­rang­lis­ten-55. zum ers­ten Mal im Rah­men eines Tur­niers mit dem Japa­ner Taku­ma Ueda (Welt­rang­lis­ten­platz 44) mes­sen. Die Begeg­nung wur­de zum „Match of the Day“ des 3. Ver­an­stal­tungs­ta­ges dekla­riert und beginnt um 19.55 Uhr auf Court 2.

Kurz, bevor Fabi­an Roth als Ach­tel­fi­nal­teil­neh­mer fest­stand, hat­ten sich Isa­bel Herttrich und Car­la Nel­te in ihrer Par­tie aus der ers­ten Run­de mit 21:13, 21:10 gegen Jen­ny Nystrom/Sonja Pek­ko­la aus Finn­land durch­ge­setzt. Im Mixed – an der Sei­te von Mark Lams­fuß – agier­te Isa­bel Herttrich genau­so sou­ve­rän: Die Deut­schen Vize­meis­ter besieg­ten die Japa­ner Yugo Kabayashi/Koharu Yonemo­to mit 21:14, 21:12. Den natio­na­len Cham­pi­ons Rapha­el Beck und Car­la Nel­te gelang es unter­des­sen, ein spe­zi­ell im drit­ten Durch­gang enges Match gegen Lee Chun Hei Reginald/Chau Hoi Wah aus Hong­kong mit 21:12, 11:21, 21:19 für sich zu ent­schei­den. „In bei­den Dis­zi­pli­nen im Ach­tel­fi­na­le zu ste­hen, ist sehr zufrie­den­stel­lend. Im Damen­dop­pel hat­ten wir einen Sieg schon erwar­tet, das war ein biss­chen eine Pflicht­auf­ga­be. Im Mixed wuss­ten wir nicht so genau, was auf uns zukommt. Das haben wir sou­ve­rän gemacht“, zog Isa­bel Herttrich ein Fazit. Car­la Nel­te mein­te zum Gemisch­ten Dop­pel: „Wir haben uns ges­tern – in der Qua­li – ein biss­chen schwer getan. Heu­te hat­ten wir kei­nen Druck mehr und haben auch viel bes­ser gespielt. Mich freut, dass wir mutig geblie­ben sind, als es im drit­ten Satz eng war, und wir es geschafft haben, gegen eine Paa­rung, die sich in der Welt­rang­lis­te unter den Top 15 befin­det, den Sieg nach Hau­se zu fah­ren.“

Nächs­te Geg­ner des noch rela­tiv neu zusam­men­ge­stell­ten Duos Rapha­el Beck/Carla Nel­te (Welt­rang­lis­ten­platz 112) sind die an Posi­ti­on fünf notier­ten Thai­län­der Bodin Isara/Savitree Amitra­pai (Welt­rang­lis­ten­platz 14). Die­ses Duell bedeu­tet eben­so eine Pre­mie­re in einem Wett­kampf wie die Ach­tel­fi­nal­par­tie des Damen­dop­pels Isa­bel Herttrich/Carla Nel­te (Welt­rang­lis­ten­platz 57) gegen die in Mül­heim an der Ruhr top­ge­setz­ten Japa­ne­rin­nen Kurumi Yonao/Naoko Fuku­man (Welt­rang­lis­ten­platz 8) und die Begeg­nung von Isa­bel Herttrich/Mark Lams­fuß (Welt­rang­lis­ten­platz 38) im Gemisch­ten Dop­pel mit Peng Soon Chan/Liu Ying Goh (Welt­rang­lis­ten­platz 8) aus Malay­sia.

In einem der letz­ten Spie­le des 2. Ver­an­stal­tungs­ta­ges ver­buch­ten Jones Ral­fy Jan­sen und Josche Zur­won­ne einen 21:17, 21:16-Erfolg über die Japa­ner Taku­to Inoue/Yuki Kaneko. „Das war ein sehr gutes Spiel von uns bei­den. In der ver­gan­ge­nen Woche, bei den Aus­tri­an Open, haben wir nicht die bes­te Leis­tung gebracht. Daher freu­en wir uns sehr, dass wir es geschafft haben, uns so gut umzu­stel­len. Das war eine sehr kon­zen­trier­te Leis­tung und ist sehr, sehr gut gelau­fen. Wir haben es geschafft, die Sie­ger von Öster­reich zu schla­gen“, mein­te Josche Zur­won­ne zufrie­den. In der Run­de der bes­ten 16 Her­ren­dop­pel war­ten die amtie­ren­den Vize-Euro­pa­meis­ter Anders Ska­a­rup Rasmussen/Kim Astrup auf die indo­ne­sisch-deut­sche Kom­bi­na­ti­on. Die Welt­rang­lis­ten­elf­ten aus Däne­mark tref­fen erst­mals auf Jones Ral­fy Jan­sen und Josche Zur­won­ne (Welt­rang­lis­ten­platz 35).

Starke Konkurrenz und eine krankheitsbedingte Aufgabe

Aus­ge­schie­den sind am Mitt­woch aus deut­scher Sicht neben Olga Konon zudem Marc Zwieb­ler (1. BC Saar­brü­cken-Bischmis­heim; Setz­platz 7) und Simon Wang (1. BC Saar­brü­cken-Bischmis­heim) im Her­ren­ein­zel, Rapha­el Beck/Peter Käs­bau­er (1. BC Beuel/1. BC Saar­brü­cken-Bischmis­heim) im Her­ren­dop­pel, die Damen­dop­pel Lin­da Efler/Eva Jans­sens (TV Emsdetten/1. BC Beu­el), Johan­na Goliszewski/Lara Käpp­lein (bei­de 1. BV Mül­heim), Anni­ka Horbach/Theresa Wurm (SV Fun-Ball Dortelweil/SG Anspach), Lisa Kaminski/Hannah Pohl (bei­de 1. BC Beu­el) und Ani­ka Dörr/Jennifer Kar­nott (SV Fun-Ball Dortelweil/TV Ref­rath) sowie Micha­el Fuchs/Birgit Over­zier (1.BC Beu­el) im Mixed.

Von Fie­ber und Schüt­tel­frost geplagt, muss­te Marc Zwieb­ler in sei­nem Zweit­run­den­match gegen den Dänen Kim Bruun beim Stand von 10:21, 6:11 aus sei­ner Sicht auf­ge­ben. „Jedes ande­re Tur­nier hät­te ich abge­sagt, aber bei den Ger­man Open möch­te man natür­lich auf Teu­fel komm raus spie­len. Die Ärz­te haben mir davon abge­ra­ten und die Trai­ner haben mich vor dem Spiel gebe­ten, nicht zu spie­len. Aber ich woll­te es pro­bie­ren. Im Spiel haben sie mich dann gebe­ten, auf­zu­ge­ben“, mein­te der 32-Jäh­ri­ge unmit­tel­bar nach der Par­tie.

Für den 13 Jah­re jün­ge­ren Simon Wang, der als Qua­li­fi­kant die zwei­te Run­de des Haupt­tur­niers erreicht hat­te, erwies sich die däni­sche Nach­wuchs­hoff­nung Anders Antonsen (Setz­platz 16) beim 13:21, 18:21 als zu stark.
Die Deut­schen Meis­ter im Her­ren­dop­pel, Rapha­el Beck und – der gesund­heit­lich wie Marc Zwieb­ler ange­schla­ge­ne – Peter Käs­bau­er, erlit­ten in ihrem Auf­takt­match eine 15:21, 16:21- Nie­der­la­ge gegen Or Chin Chung/Tang Chun Man aus Hong­kong.

Im Damen­dop­pel muss­ten die Deut­schen Vize­meis­te­rin­nen Lin­da Efler/Eva Jans­sens beim 8:21, 12:21 gegen die an Num­mer acht gesetz­ten Japa­ne­rin­nen Shi­ho Tanaka/Koharu Yonemo­to die Über­le­gen­heit der Kon­kur­renz aner­ken­nen. Glei­ches gilt für Anni­ka Horbach/Theresa Wurm, die Hsu Ya Ching/Wu Ti Jung aus Tai­wan mit 10:21, 13:21 unter­la­gen, für Lisa Kaminski/Hannah Pohl beim 3:21, 8:21 gegen die an Posi­ti­on sie­ben notier­te Welt­klas­se­paa­rung Grey­sia Polii/Rizki Ame­lia Pra­di­pta aus Indo­ne­si­en und für Ani­ka Dörr und Jen­ni­fer Kar­nott, die mit 10:21, 8:21 gegen die an Num­mer vier gesetz­ten Indo­ne­sie­rin­nen Del­la Destia­ra Haris/Rosyita Eka Putri Sari ver­lo­ren.

Die 21 Jah­re alte Jen­ni­fer Kar­nott war den­noch durch­aus posi­tiv gestimmt: „Wir hat­ten damit gerech­net, dass es sehr schwie­rig wer­den wür­de, sind aber ganz zufrie­den damit, dass wir im ers­ten Satz zehn Punk­te erzie­len konn­ten. Man­che Ball­wech­sel waren sogar rela­tiv lang, da konn­ten wir mit­spie­len. Aber unse­re Geg­ne­rin­nen waren ein­fach zu stark im Angriff.“

Ein noch schwe­re­res Los erwisch­ten Johan­na Goliszewski/Lara Käpp­lein für ihr Auf­takt­mach: Sie stan­den dar­in den an Num­mer zwei gesetz­ten Thai­län­de­rin­nen Jong­kol­phan Kititharakul/Rawinda Praong­jai gegen­über, die nach einer Spiel­zeit von 29 Minu­ten durch einen 21:14, 21:10-Sieg ins Ach­tel­fi­na­le ein­zo­gen.

Die mehr­ma­li­gen Olym­pia­teil­neh­mer Micha­el Fuchs und Bir­git Over­zier, die seit ihrer Rück­kehr aus Rio den Fokus auf ihre beruf­li­che Lauf­bahn legen, kämpf­ten bei ihren letz­ten YONEX Ger­man Open bra­vou­rös. Letzt­lich muss­ten sich die 34 und 32 Jah­re alten Rou­ti­niers in ihrem Erst­run­den­match gegen das an Num­mer vier gesetz­te Mixed Tan Kian Meng/Lai Pei Jing aus Malay­sia aller­dings mit 17:21, 21:18, 16:21 geschla­gen geben.

Quel­le: Clau­dia Pau­li
(Pres­se­spre­che­rin DBV)

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