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Zeche Nachtigall Ausstellung Dampfzeit

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Fotografien von Gerd Lübbering und Thomas Pflaum auf Nachtigall

(lwl). „Dampfzeit – Als die Loks noch rauchten“ heißt eine neue mit Fotos von Gerd Lübbering und Thomas Pflaum, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Samstag (3.9.) in seinem Industriemuseum Nachtigall in präsentiert. 39 aus den Jahren 1970 bis 1977 sind im Werkstattgebäude des Wittener Bergwerks ausgestellt.

Als ein Symbol der industriellen Revolution gingen Dampflokomotiven in die Geschichte ein. Über 140 Jahre lang zogen die majestätischen Schienenfahrzeuge Güterzüge oder beförderten Passagiere an ihr Reiseziel. Noch 1970, zur Zeit der Hochkonjunktur, unterhielt die Deutsche Bundesbahn (DB) über 1.600 Dampfloks. Bereits sieben Jahre später endete die Ära der rauchenden Zugmaschinen bei der DB.

Bis heute übt die Welt der Dampfgiganten mit ihren unverwechselbaren Klängen, Gerüchen und Betriebsabläufen eine besondere Faszination aus. Eine Anziehungskraft, die auch Lübbering und Pflaum bereits in früher Jugend in ihren Bann zog. Zwischen 1968 und 1977 gingen die beiden Schulfreunde mit ihren Kleinbildkameras – Contaflex, Leicaflex und Nikon – auf Reisen zu den letzten Dampflokomotiven Deutschlands und Österreichs.

Ähnlich der Dampftechnik erscheint auch das Fotografieren damals wie eine „versunkene Welt“. „Filmtransport per Handaufzug, Autofocus unbekannt. Mit Teleobjektiven mussten wir uns vor dem Heranrollen des Zuges ein Bild über die optimale Position zum Fotografieren machen. Eine Korrekturmöglichkeit gab es nicht. Im heimischen Badezimmer, vollständig verdunkelt, wurden die Filme entwickelt und die Negative anschließend im Heizungskeller vergrößert“, so die Fotografen.

Mehrere Tausend Schwarz-Weiß-Negative entstanden in dieser Zeit. Vier Jahrzehnte schlummerten diese fotografischen Schätze in Kisten, bevor sie von Lübbering und Pflaum wiederentdeckt und digitalisiert wurden. Mit modernen Bildbearbeitungsmethoden entlockten sie den historischen Aufnahmen zudem bis dahin verborgene Details.

Mit der jetzt gezeigten Auswahl wollen die Fotografen das „typisch Andersartige und atmosphärisch Einmalige des Dampfzeitalters“ in Erinnerung rufen. So führen die von Pflaum und Lübbering zurück in eine längst vergangene Ära: Lokomotiven vor dunstverhangenen Zechen, im Bahnbetriebswerk auf ihren nächsten Einsatz wartend, bei der Einfahrt in rußgeschwärzte Bahnhöfe oder mit mächtigem Dampfschweif auf freier Strecke. Aber auch dem Lokpersonal und seiner alltäglichen Arbeit, die körperliche Höchstleistungen erforderte, setzen die fotografischen Arbeiten ein Denkmal. Den Zechenbahnen ist in der ein eigener Bereich gewidmet.

Die Fotografen

Gerd Lübbering und Thomas Pflaum

Gerd Lübbering, 1955 in Bad Honnef geboren, studierte Jura im In- und Ausland. Nach Tätigkeiten in Bundesverbänden und der Personalzentrale in einem DAX-Unternehmen arbeitet er heute als selbständiger Rechtsanwalt. Bereits mit 13 Jahren entdeckte Lübbering die Liebe zur Fotografie, seither ist seine Begeisterung für die Arbeit mit der Kamera ungebrochen. Lübbering lebt in Bad Honnef.

Thomas Pflaum, 1956 in Braunschweig geboren, studierte Visuelle Kommunikation in und Bielefeld. Seit Anfang der 1980er-Jahre arbeitet er als freischaffender Fotograf (www.tompflaum.com). Zu Pflaums Auftraggebern zählen namhafte Magazine wie „Geo“, „Focus“ oder „Bild der Wissenschaft“. Für seine Technik- und Wissenschaftsbilder erhielt er mehrere Auszeichnungen. Pflaum lebt in Castrop-Rauxel.

Die Fotos von Lübbering und Pflaum sind als Bildband im Lehmstedt Verlag erschienen. Er ist im Museumsshop erhältlich: Dampfzeit – Als die Loks noch rauchten. Fotografien 1970-1977. 144 Seiten mit 80 Duotone-Abbildungen, 9,95 Euro. ISBN 978-3-942473-42-2, www.dampfzeit-buch.de

in

Dampfzeit – Als die Loks noch rauchten
3. September 2016 – 1. Oktober 2017
LWL-Industriemuseum
Geöffnet Di – So 10 – 18 Uhr
www.lwl-industriemuseum.de











Event

Zeche Nachtigall LWL-Industriemuseum – Offene Führung

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Bildzeile: Ein Blick in die Tiefe können am Tiefbauschacht „Hercules“ riskieren.Foto: LWL/Hudemann

(lwl). Am Sonntag (4.9.) können des Industriemuseums in die Zeit der ersten Tiefbauschächte an der Ruhr eintauchen. Die Führung „Der Weg in die Tiefe“ erzählt von den Herausforderungen, die mit der langen Suche nach dem schwarzen Gold verbunden waren und den Schwierigkeiten beim Vorstoß ins Ungewisse. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt um 14.30 Uhr zur offenen Führung durch die Dauerausstellung ins Wittener Industriemuseum ein.

Die Tour beginnt bei den Überresten des ehemaligen Tiefbauschachtes „Hercules“. 450 Meter reichte der Förder- und Pumpenschacht einst in die Tiefe. Heute ist nur noch ein Drittel des Schachtkopfes zu besichtigen. Bei der Führung erfahren Besucher, welche Arbeitsschritte nötig waren, um einen Schacht wie diesen anzulegen und welche Hilfsmittel den Bergleuten dafür zur Verfügung standen. Daneben werden an ausgewählten Museumsstücken Themen wie Transport, Beleuchtung und Vermessung im Grubenbetrieb vorgestellt. Wer im Anschluss selbst auf den Spuren der Bergleute wandeln möchte, kann an einer Führung im Besucherbergwerk Nachtigallstollen teilnehmen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Themenführung ist im Museumseintritt enthalten (Erwachsene: 3 Euro, Kinder: 1,50 Euro, Familienkarte: 7,50 Euro). Die Führung durch das  Besucherbergwerk kostet zusätzlich 3 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder.